Personal Information Manager
Ein Personal Information Manager (engl. für persönliche Informationsverwaltung), kurz PIM, ist eine Software, die persönliche Daten wie Kontakte, Termine, Aufgaben und Notizen organisiert und verwaltet. Er stellt die elektronische Variante eines Organizers dar.
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Eigenschaften und Funktionen
PIM-Software kann sowohl für einzelne Benutzer als auch für den Betrieb in Netzwerken (LAN oder WAN) konzipiert sein. Bei Netzwerk-Lösungen spielt die Benutzerverwaltung eine wichtige Rolle, da jeder Benutzer seine eigenen Daten verwalten möchte und nicht alle Benutzer alle Daten ansehen oder bearbeiten sollen. Ferner spielt PIM-Software auf Handheld-Computern und Handys wie Blackberrys eine wichtige Rolle.
Da viele unterschiedliche Daten zu verwalten sind, werden an das Speicher-Management von PIM-Software besonders hohe Anforderungen gestellt. Aus Sicht des Anwenders ist außerdem die Ergonomie der Benutzeroberfläche wichtig. Bekannte Beispiele von PIM-Benutzeroberflächen sind:
- Rolodex: PIMs dieser Art orientieren sich an rotierbaren Karteikarten-Systemen.
- Filofax: PIMs dieser Art orientieren sich an ringbuchartigen Papier-Organizern.
- Outliner: PIMs dieser Art benutzen eine baumartige Navigationsstruktur, ähnlich dem Aufbau einer Webseite im Internet.
Anforderungen
Neben Grundfunktionen für Adressen-, Termin-, Aufgaben- und Notizverwaltung werden häufig weitere Funktionen von PIMs gewünscht:
- Unterstützung von selbst definierten Datenfeldern in der Adressverwaltung
- Möglichkeit der Speicherung von Bildern und deren Verwaltung
- Erinnerungsfunktion zu bestimmten Zeiten an Termine und Geburtstage
- Import und Export von Daten
- Synchronisation bzw. Datenaustausch mit mobilen Endgeräten wie Blackberry-, Palm- und Pocket-PC-Geräten sowie dem iPhone
- Verwaltung von elektronischen Dokumenten wie Faxe, E-Mails, RSS-Feeds oder Newsgroup-Einträge.
Verbreitete PIMs
- Apple iCal (Mac OS X, proprietär)
- Do-Organizer (Windows, proprietär)
- Efficient PIM (Windows, proprietär)
- eGroupWare (plattformunabhängig, freie Software, GPL)
- Essential PIM (Windows, proprietär)
- Kontact (Unix, Linux (KDE), Mac OS X, Windows, freie Software, GPL)
- Lotus Organizer (Windows, proprietär)
- Microsoft Entourage (Mac OS X, proprietär)
- Microsoft Outlook (Windows, proprietär)
- Mozilla Lightning, Mozilla Sunbird bzw. Mozilla Thunderbird (plattformunabhängig, freie Software, GPL)
- Novell Evolution (Unix, Linux/GNOME, Mac OS X, freie Software, GPL)
- Open-Xchange und MailXchange (plattformunabhängig, freie Software, GPL)
- Pimero (Windows, proprietär)
- Tobit David (Windows, proprietär)
Marktsituation
Zurzeit wird das PIM-Software-Segment von Microsoft Outlook geprägt. Dieses Programm ist Bestandteil des Office-Pakets Microsoft Office und entsprechend weit verbreitet. Das freie Office-Paket OpenOffice.org enthält wie sein kommerzieller Ursprung StarOffice keinen PIM.
Web-PIMs
Sogenannte Web-PIMs sind Server, die über Webbrowser genutzt werden. Nachdem man sich mittels Passwort eingeloggt hat, findet man eine vertraute Arbeitsumgebung mit allen seinen Adressen und Terminen vor.
Der wesentliche Vorteil liegt darin, dass die Verfügbarkeit der Daten nicht von der Verfügbarkeit des persönlichen Computers abhängt. Ein Web-PIM im Internet ist weltweit mit jedem Gerät nutzbar, das aufs Internet zugreifen und Webseiten darstellen kann. Nachteilig ist, das die Verfügbarkeit der Daten von der Verfügbarkeit der Server und der Netzwerkverbindung abhängt.
Eine frühe Lösung dieser Art ist OpenMail. GroupWise bietet die Nutzung über Webbrowser seit 1996. Seit 1998 gibt es auch Outlook Web Access. Mittlerweile gibt auch entsprechende Software, die kostenlos oder sogar Open Source ist, zum Beispiel eGroupWare. Allen gemein ist der zusätzliche Vorteil, dass sie die Daten mehrerer Benutzer verwalten, die deshalb Daten gemeinsam nutzen können.
Inzwischen gibt es im Internet auch kostenlose Dienste, die sich zu einem über Webbrowser nutzbaren PIM kombinieren lassen, beispielsweise von Google und Yahoo. Die Inanspruchnahme eines solchen Dienstleisters setzt allerdings großes Vertrauen in dessen Integrität voraus.
Siehe auch
- Groupware
- Gliederungseditor,ein elektronischer Zettelkasten
- iCalendar, ein Datenformat zum Austausch von Kalenderinformationen (*.ics)
- vCard, ein Datenformat zum Austausch von Kontaktdaten (*.vcf)
Literatur
- Bill Dyszel, Outlook 2007 für Dummies. Wiley-VCH; Auflage: 1 (Juni 2007), ISBN 3-527-70309-8
- Seiwert, Wöltje, Obermeyr, Zeitmanagement mit Microsoft Office Outlook. Microsoft Press; 5.Aufl.(27. Mai 2007), ISBN 3-86645-417-1
- Steffen Buzin, Neue Interface-Konzepte für Email-Manager. Vdm Verlag Dr. Müller; Auflage: 1 (2007), ISBN 3-8364-1136-9