Max Weber
Maximilian Carl Emil Weber (* 21. April 1864 in Erfurt; † 14. Juni 1920 in München) war ein deutscher Jurist, Nationalökonom und Mitbegründer der Soziologie. Er ist der Bruder des Kultursoziologen Alfred Weber und Ehemann der Frauenrechtlerin, Soziologin und Rechtshistorikerin Marianne Weber. Er gilt als einer der Klassiker der Soziologie als Wissenschaft sowie als Klassiker der Kultur- und Sozialwissenschaften par exellence. Interdisziplinär wurde Webers Werk über Kontinente hinweg und quer zu verschiedenen politischen Lagern anerkannt. Die zahlreichen Anschlussmöglichkeiten von Webers Ideen, Theorien und Begriffsdefinitionen zu anderen wissenschaftlichen Disziplinen und gerade zu den sogenannten Bindestrichsoziologien, insbesondere der Wirtschaftssoziologie scheinen nicht abzureißen.
Inhaltsverzeichnis |
Leben
Weber wurde am 21. April 1864 als erstes von acht Kindern in Erfurt geboren. Seine Eltern waren der Jurist und spätere Reichstagsabgeordnete der Nationalliberalen Partei Max Weber sen. (1836–1897) und Helene (geb. Fallenstein). 1868 wurde sein Bruder Alfred (1868–1958) geboren, der später ebenfalls Nationalökonom und Universitätsprofessor im Fach Soziologie wurde. Max gilt als Sorgenkind, das bereits im Alter von vier Jahren an Meningitis erkrankt. Von der Mutter wird Max protektiv und übervorsichtig erzogen. Das Recht des Erstgeborenen macht Weber früh geltend, er fühlt sich als Vermittler von Streitigkeiten in der Familie zwischen Kinder und Eltern. Schon im Alter von 13 Jahren hat Weber Schopenhauer, Spinoza und Kant gelesen, unter der Schulbank liest Weber heimlich Goethe. In den Jahren der Adoleszenz wird der junge Weber Frauen gegenüber als dominant und aufgeschlossen beschrieben. Nach dem Abitur am Königlichen Kaiserin-Augusta-Gymnasium in Charlottenburg studiert Weber von 1882 bis 1886 an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, 1883-1884 zwei Semester Jura an der Humboldt-Universität zu Berlin und im Anschluss ein Vorbereitungssemester an der Georg-August-Universität Göttingen Jura, Nationalökonomie, Philosophie und Geschichte. Zunächst lag sein Hauptinteresse bei der Alten Geschichte, doch dann emanzipiert er sich von seinem Lehrer Theodor Mommsen und promovierte 1889 in Berlin in Jura (magna cum laude); der Promotionstitel lautete: Die Entwicklung des Solidarhaftprinzips und des Sondervermögens der offenen Handelsgesellschaft aus den Haushalts- und Gewerbegemeinschaften in den italienischen Städten. In Heidelberg wurde er anschließend Mitglied der Studentenverbindung Burschenschaft Allemannia (SK). 1892 erfolgte die Habilitation für Römisches, Deutsches und Handelsrecht an der Universität Berlin bei August Meitzen; Titel: Die römische Agrargeschichte in ihrer Bedeutung für das Staats- und Privatrecht. 1893 wurde er ao. Professor für Handelsrecht in Berlin, im selben Jahr heiratete er in Oerlinghausen seine entfernte Cousine Marianne Schnitger (1870–1954), die später als Frauenrechtlerin, Juristin und Soziologin aktiv wurde. Weber gehörte seit 1893 dem Alldeutschen Verband an, der eine nationalistische Politik ausübte. Diese Organisation verließ er jedoch 1899, als er sich in der sogenannten “Polenfrage” mit der nationalistisch und rassistisch begründeten Forderung nach Schließung der Grenzen für polnische Wanderarbeiter nicht durchsetzen konnte[1], und sich im Alldeutschen Verband die Interessen der agrarischen Mitglieder, welche die Überwindung des Landarbeitermangels in den Vordergrund stellten, durchsetzten[2]. 1896 zählte er mit Friedrich Naumann zu den Gründern des Nationalsozialen Vereins, der durch soziale Ausrichtung des Staates die Voraussetzung für eine nationale Identifikation der Arbeiterschaft herbeiführen wollte.
Nach Schließung der “Gefährtenehe” mit Marianne im Jahr 1883 beginnt Webers steile berufliche Karriere. Im selben Jahr mit nur 29 Jahren wird er Professor für Handels- und deutsches Recht an der Berliner Universität um dann bereits 1894 als Ordinarius für Nationalökonomie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg zu lehren. 1896 nimmt er einen Ruf auf den renommierten Lehrstuhl von Karl Knies an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg an. Webers Aufstieg steht bis zum Konflik mit seinem Vater nichts im Wege, doch Max Weber sen. verstirbt 1897 überraschend, ohne vorausgegangene Aussöhnung mit seinem Sohn. Sein Zusammenbruch erfolgt dann 1898 aufgrund einer psychischen Erkrankung (Nervenleiden). Weber muss seine Lehrtätigkeit einschränken und die Professur 1903 schließlich ganz aufgeben. 1904 übernimmt er zusammen mit Edgar Jaffé und Werner Sombart die Redaktion des Archiv für Sozialwissenschaften und Sozialpolitik, nahm damit seine publizistische Tätigkeit wieder auf und gründete 1909 zusammen mit Rudolf Goldscheid (dem Anreger), Ferdinand Tönnies, Georg Simmel und Werner Sombart die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS). Zu Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 war Max Weber Disziplinaroffizier der Lazarettkommission in Heidelberg, wo er allerdings schon 1915 ausschied. Auf den Lauensteiner Tagungen 1917 forderte er ein Durchstehen des Krieges, gleichzeitig trat er aber auch für die Parlamentarisierung ein. Im Jahre 1918 war er Mitbegründer der Deutschen Demokratischen Partei (DDP). Nach Kriegsende wurde er 1919 zum Sachverständigen der deutschen Delegation bei der Friedenskonferenz zum Versailler Vertrag unter der Leitung des Reichsaußenministers Graf Brockdorff-Rantzau berufen.
Zwischen 1903 und 1918 fanden auch mehrere regelmäßige Gesprächszirkel im Hause der Webers in Heidelberg statt, zu denen Größen wie Georg Jellinek, Friedrich Naumann, Emil Lask, Karl Jaspers, Werner Sombart, Georg Simmel, Georg Lukács, Ernst Bloch, Gustav Radbruch, Theodor Heuss und andere kamen und welche den „Mythos von Heidelberg“ begründeten.
1918 nahm Max Weber seine Lehrtätigkeit in Wien wieder auf und folgte 1919 einem Ruf auf den Lehrstuhl für Nationalökonomie an der Universität München, den zuvor Lujo Brentano innegehabt hatte. Max Weber lehnte Angebote der Universitäten Göttingen und Berlin, sowie auf einen speziell auf seine Interessen zugeschnittenen Lehrstuhl in Bonn ab. Hier in München hält Weber seinen Vortrag über »Politik als Beruf«, der drei Grundanforderungen an den Politiker stellt: 1. Leidenschaft im Sinne von Sachlichkeit. 2. Verantwortlichkeit im Interesse des Sachanliegens. 3. Augenmaß als notwendige persönliche Distanz zu Dingen und Menschen. Damit grenzt Max Weber Politik energisch von Lobbyismus, Klientelwirtschaft und eigeninteressengeleiteter Parteinahme ab.
Joseph E. Drexel, ein Student Max Webers im Wintersemester 1919/20, erinnert sich, dass rechtsradikale Studenten dessen Vorlesung in der Münchner Universität zu sabotieren versuchten und sprengten. Als der herbeigeeilte Rektor droht, das Licht abzuschalten, ruft man ihm zu: „Um so besser, dann können wir die Juden im Dunkeln verprügeln.“ So weit sei man schon damals gewesen.[3] Wenige Monate nach diesem Vorfall kann Weber seine Lehrtätigkeit krankheitsbedingt nicht fortführen und stirbt am 14. Juni 1920 in München an den Folgen einer Lungenentzündung, die durch die Spanische Grippe ausgelöst worden war. Sein Grab befindet sich auf dem Bergfriedhof in Heidelberg. Zu seiner Beerdigung, bei der seine Frau Marianne Weber die Grabrede hielt, fanden sich knapp 1.000 Menschen zusammen.
Werk
Max Weber ist der jüngste der drei Gründerväter der deutschen Soziologie (neben Tönnies und Simmel) und beschrieb die Soziologie als „Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will“. Weber grenzt die Soziologie von der Psychologie ab, da sich die Soziologie laut ihm mit rationalen Inhalten und die Psychologie mit irrationalen Inhalten beschäftigt. Soziales Handeln ist nach Weber Handeln, welches sich dem Sinn nach auf das Verhalten anderer bezieht und daran in seinem Ablauf orientiert ist. Er unterscheidet vier Bestimmungsgründe sozialen Handelns: wertrational, zweckrational, affektuell oder traditional. Empirisch kommen jedoch fast nur Mischformen vor. Soziales Handeln ist für Weber die kleinste Einheit der Soziologie. Reines Handeln dagegen ist ein Handeln, Unterlassen oder Dulden, welches nur auf einen subjektiven Sinn bezogen ist, welches also nicht an anderen Individuen orientiert ist, sondern nur für einen selbst durchgeführt wird. Wissenschaftstheoretisch trat er also für eine qualitative Methode ein (siehe auch Methodenstreit). Des Weiteren bestand Weber auf einer Soziologie als werturteilsfreier Wissenschaft (siehe auch Werturteilsstreit). Webers zentrale Frage befasste sich mit den Gründen für die spezifischen Eigenarten des Kapitalismus im Okzident (der westlichen Hemisphäre). Auch bei seinen soziologischen Arbeiten ging er letztendlich von einem sozial-ökonomischen Erkenntnisinteresse aus.[4] Zentrales Thema waren dabei Gründe und Erscheinungen des sich in der westlichen Welt als kulturelle Basis von ‘Wirtschaft und Gesellschaft’ spätestens mit dem ausgehenden Mittelalter etablierenden “okzidentalen Rationalismus”. Man kann Webers ersten soziologischen Aufsatz im engeren Sinne, Die sozialen Gründe des Untergangs der antiken Kultur von 1896[5], als seine Grundlegung ansehen. Die besondere Entwicklung des Okzidents äußert sich danach in einer großen Zahl von gesellschaftlichen Bereichen, neben dem Ende der Sklaverei und der Entwicklung der okzidentalen Stadt in der rationalen Betriebsgestaltung und Verwaltungsorganisation (”Bürokratie“), nicht zuletzt auch in einer “methodischen” Gestaltung des Alltags der Gesellschaftsmitglieder (”Lebensführung“).
Seine Begriffsbildungen werden bis heute in der Soziologie und der Politikwissenschaft oft als Grundlage genommen, z. B. seine Definitionen von Macht und Herrschaft, der Begriff des Idealtypus sowie die – trotz ihrer weiten Verbreitung aufgrund der impliziten Wertung fragwürdige – Einteilung des moralischen Handelns in Gesinnungs- und Verantwortungsethik. Der Idealtypus ist ein theoretisches Konstrukt, das bestimmte, für relevant gehaltene Aspekte der sozialen Realität bewusst überzeichnet und in einen Zusammenhang bringt. Er ist stets auf logisch-gedankliche Perfektion hin angelegt und wird über Beobachtung sozialer Phänomene, Abstraktion und auf Grundlage von allgemeinen Erfahrungsregeln gewonnen. Das Ziel der idealtypischen Konstruktion sind trennscharfe Begriffe, mit denen empirische Phänomene unter dem Gesichtspunkt ihrer Kulturbedeutung verstanden werden können. Weber spricht sich eindeutig gegen eine normative Betrachtung des Idealtypus aus, die Inbezugsetzung von Wirklichkeit und Idealtypus mit dem Ziel des Vergleichs dürfe nicht verwechselt werden mit deren Bewertung.[6]
Zu seinen bekanntesten und den weltweit wichtigsten Werken der Soziologie zählen „Die protestantische Ethik und der ‘Geist’ des Kapitalismus“ und das Monumentalwerk „Wirtschaft und Gesellschaft“, das von ihm selbst nie publiziert wurde, aber als eine grundlegende Darstellung seines Begriffs- und Denkhorizontes angesehen werden kann, und dessen Editionen subtile Kontroversen hervorgerufen haben. Seine Arbeiten, die er vor Die protestantische Ethik und der ‘Geist’ des Kapitalismus publizierte, sowie seine spätere Vorarbeit zur Musiksoziologie wurden und werden in der Soziologie kaum wahrgenommen.
Weber wird als Begründer der Herrschaftssoziologie und neben Émile Durkheim als Begründer der Religionssoziologie betrachtet. Auch zählt er neben Alexis de Tocqueville, Karl Marx und Georg Simmel als bedeutender Klassiker der Wirtschaftssoziologie. Auf vielen anderen Soziologiegebieten publizierte Weber ebenfalls grundlegend. Zu Lebzeiten standen Webers Arbeiten jedoch keineswegs im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Diskurses, obwohl seine Wirkung bereits in der Weimarer Republik beträchtlich war, den Nationalsozialismus überdauerte[7] und er auch in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg weiterhin rezipiert wurde (anders als z. B. Ferdinand Tönnies und Georg Simmel); Im Mittelpunkt standen in der Nachkriegszeit in Deutschland zunächst jedoch die Untersuchungen zur nivellierten Mittelstandsgesellschaft Schelskys, die Konfliktsoziologie von Dahrendorf und danach die Dialektik der Aufklärung von Horkheimer und Adorno. In Amerika hingegen wurde die Rezeption Webers durch den damals in der Soziologie weltweit vorherrschenden Strukturfunktionalismus Talcott Parsons‘ und dessen Übersetzungen der Weberschen Werke Die protestantische Ethik und der ‘Geist’ des Kapitalismus sowie Wirtschaft und Gesellschaft ins Englische voran getrieben. Die deutsche Neubelebung Webers begann mit dem Heidelberger Soziologentag 1964, auf dem den deutschen Soziologen zu Webers 100. Geburtstag durch Parsons, Herbert Marcuse, Reinhard Bendix, Raymond Aron und Pietro Rossi der Stand der internationalen Weber-Rezeption vor Augen geführt wurde.
Weber hat auch wichtige Erkenntnisse zum Gebiet der Ökonomie beigesteuert. Von ihm rührt etwa die Theorie der rationalen Entscheidung her, gemäß der die Handlungen einer Person durch ein Zweck-Mittel-Kalkül bestimmt sind.
Kritik
Trotz, oder vielleicht auch gerade aufgrund seines Einflusses auf die moderne Ökonomie und Soziologie wurden die Arbeiten Webers immer wieder kritisiert.
Weber stand zu Lebzeiten den Ansätzen von Autoren wie Carl Menger und Friedrich von Wieser, dessen formaler Ansatz sich beträchtlich von Webers Ansatz der historischen Soziologie unterschied, kritisch gegenüber, wenn er auch im Rahmen einer Kritik am herrschenden Historismus der Nationalökonomie offen für deren Ansätze einer reinen Theoriebildung war. Die Arbeit dieser Autoren begründete die Österreichische Schule, und so ist es kaum verwunderlich, dass auch heute noch die an Webers Arbeiten geübte Kritik von durch diese Schule beeinflussten Personen herrührt. Zu diesen zählen die Anhänger Friedrich Hayeks und in neuerer Zeit auch die Autoren Daniel Yergin und Joseph Stanislaw. In ihrem Pro-Globalisierungsbuch Staat oder Markt (The Commanding Heights, 1999) greifen sie Weber unter Hinweis auf die Tigerstaaten Asiens für seine angebliche Aussage an, dass nur der Protestantismus zu Arbeitsethos geführt haben könne.
In ähnlicher Weise wurde Webers These der protestantischen Ethik von vielen Historikern seiner Zeit kritisiert. In seiner Biographie Benjamin Franklins (Weber griff in seinem Werk exemplarisch auf Franklin zurück) weist beispielsweise Walter Isaacson Webers These als ein „marxistisches“ Argument zurück, das dieser trotz seiner eigenen Kritik an der Monokausalität vieler der Thesen Marx‘ aufstelle.
Die Kritik erscheint jedoch trotz der Einseitigkeit seiner Fragerichtung in Die protestantische Ethik und der ‘Geist’ des Kapitalismus, die Weber durchaus bewusst war, fragwürdig. Denn er weist in der Mitte seines Werkes ausdrücklich darauf hin: „Aber andererseits soll ganz und gar nicht eine so töricht-doktrinäre These verfochten werden, wie etwa die: daß der ‘kapitalistische Geist’ […] nur als Ausfluß bestimmter Einflüsse der Reformation habe entstehen können oder wohl gar: daß der Kapitalismus als Wirtschaftssystem ein Erzeugnis der Reformation sei. Schon daß gewisse wichtige Formen kapitalistischen Geschäftsbetriebes notorisch erheblich älter sind als die Reformation, stände einer solchen Ansicht ein für allemal im Wege.“ Und gegen Ende des Werkes: „…so kann es dennoch natürlich nicht die Absicht sein, an Stelle einer einseitig ‘materialistischen’ eine ebenso einseitig spiritualistische kausale Kultur- und Geschichtsdeutung zu setzen. Beide sind gleich möglich, aber mit beiden ist, wenn sie nicht Vorarbeit, sondern Abschluss der Untersuchung zu sein beanspruchen, der historischen Wahrheit gleich wenig gedient.“ Weber behauptet überhaupt kein Bestehen einer echten Kausalität zwischen Protestantismus und Kapitalismus, sondern eine Erhöhung der Wahrscheinlichkeit der Entstehung eines modernen Kapitalismus bei Zusammentreffen bzw. -wirken von Kapitalismus und Berufsethos bzw. innerweltlicher Askese.
Eine grundsätzliche, aber ihrerseits aufgrund der Verknüpfung heterogener Phänomene und der Annahme zeitlich extrem weitgespannter Kausalketten methodisch problematische Kritik von Franz Borkenau erschien 1984 (Ende und Anfang): Die protestantische Mentalität ist nach Borkenau nur eine neuere Ausformung einer Mentalität, die sich bereits ausgangs der Völkerwanderung bei den seefahrenden Kelten und Germanen Nordwesteuropas entwickelt habe, und deren – gleichfalls religiöse – Ausformung der Pelagianismus sei.
Werke
- 1889 Zur Geschichte der Handelsgesellschaften im Mittelalter, Inauguraldissertation
- 1891 Die römische Agrargeschichte in ihrer Bedeutung für das Staats- und Privatrecht, Habilitationsschrift
- 1891–1892: Die Verhältnisse der Landarbeiter im ostelbischen Deutschland
- 1895 Freiburger Antrittsvorlesung Der Nationalstaat und die Volkswirtschaftspolitik. Akademische Verlagsbuchhandlung J.C.B Mohr, Freiburg i. Br. und Leipzig 1895
- 1896: Die sozialen Gründe des Untergangs der antiken Kultur, in: „Die Wahrheit“, Bd. 3, H. 63, Fr. Frommanns Verlag, Stuttgart 1896, S. 57–77
- 1904: Veröffentlichung von
- Die ‘Objektivität‘ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis
- Die protestantische Ethik und der ‘Geist’ des Kapitalismus
- 1915–1919: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen erscheint in Form von 11 Einzelaufsätzen
- 1918: Veröffentlichung der gesammelten Aufsatzreihe Parlament und Regierung im neugeordneten Deutschland. Zur politischen Kritik des Beamtentums und Parteiwesens mit der Weber eine Fundamentalkritik an dem deutschen Beamtentum und dessen althergebrachten Traditionen übt
- 1919: Erscheinen der Vortragsmanuskripte
- Wissenschaft als Beruf (ISBN 3-15-009388-0 oder ISBN 978-3-928640-05-3) (Online Text)
- Politik als Beruf (ISBN 3-15-008833-X oder ISBN 978-3-928640-06-0) (Online Text)
- 1920–1921: Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie erscheinen in drei Bänden, beinhalten neue und korrigierte bereits erschienene Schriften
- Band 1: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus, Die protestantischen Sekten und der Geist des Kapitalismus sowie Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen (Teil 1: Konfuzianismus und Taoismus) ISBN 3-8252-1488-5
- Band 2: (Teil 2: Hinduismus und Buddhismus) ISBN 3-8252-1489-3
- Band 3: (Teil 3: Das antike Judentum) ISBN 3-8252-1490-7
- Nach seinem Tode:
- 1922 erscheint sein kompiliertes Hauptwerk Wirtschaft und Gesellschaft (Studienausgabe: ISBN 3-16-147749-9) (Online Text, unvollständig und stellenweise fehlerhaft) - Faksimile - vollständige Wiedergabe aller 840 Seiten (Online-Text)- auch als PDF (mit Volltextsuche) downloadbar, Umfang jedoch ca. 80MB.
- 1922 Soziologische Grundbegriffe
- 1924 Gesammelte Aufsätze zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte
- 1924 Gesammelte Aufsätze zur Soziologie und Sozialpolitik
Ausgaben
Ausgaben einzelner Werke stehen in den jeweiligen Artikeln.
- Horst Baier, Mario Rainer Lepsius, Wolfgang J. Mommsen (Hrsg.): Max Weber-Gesamtausgabe (MWG). 41 Bände. Mohr-Siebeck, Tübingen 1984 ff (bisher - 2007 - noch nicht alle Bände erschienen).
- Horst Baier, Mario Rainer Lepsius, Wolfgang J. Mommsen (Hrsg.): Max Weber-Gesamtausgabe (MWG). Studienausgabe. Mohr-Siebeck, Tübingen 1988 ff (bisher - 2007 - noch nicht alle Bände erschienen).
- Max Weber: Gesammelte Aufsätze. 7 Bände. UTB / Mohr-Siebeck, Tübingen 1988, ISBN 3-8252-1496-6.
- Max Weber; Dirk Kaesler (Hrsg.): Schriften 1894–1922. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-520-23301-0.
- Eduard Baumgarten: Max Weber. Werk und Person. Dokumente. Tübingen 1964.
Sekundärliteratur
Philosophiebibliographie: Max Weber – Zusätzliche Literaturhinweise zum Thema
- Karl-Ludwig Ay, Knut Borchardt: Das Faszinosum Max Weber. Die Geschichte seiner Geltung. UVK, Konstanz 2006, ISBN 3-89669-605-X.
- Volker Heins: Max Weber zur Einführung. Junius, Hamburg 2004, ISBN 3-88506-390-5.
- Hans N. Fügen: Max Weber. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt Verlag, Reinbek 2000, ISBN 3-499-50216-X.
- Gottfried Eisermann: Max Weber und die Nationalökonomie. In: Birger P. Priddat (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte der deutschen Nationalökonomie. Band 4, Metropolis Verlag, Marburg 1993, ISBN 3-926570-13-X.
- Benedikt Giesing: Religion und Gemeinschaftsbildung. Max Webers kulturvergleichende Theorie. Opladen 2002, ISBN 3-8100-3673-0.
- Wilhelm Hennis: Max Webers Fragestellung: Studien zur Biographie des Werks, Tübingen 1987
- Dieter Henrich: Die Einheit der Wissenschaftslehre Max Webers. Tübingen, 1952.
- Karl Jaspers: Max Weber. Gesammelte Schriften. Piper Verlag, München 1988. ISBN 3-492-10799-0
- Dirk Kaesler: Max Weber. Eine Einführung in Leben, Werk und Wirkung. Campus Verlag, 3., aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-593-37360-2
- Dirk Kaesler, (Hrsg.): “Max Weber. Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus. Vollständige Ausgabe”. C.H.Beck Verlag, München, 2.Aufl. 2006. ISBN 978-3-406-51133-2
- Klaus Lichtblau/Johannes Weiß, (Hgg.): Max Weber. Die protestantische Ethik und der ‚Geist‘ des Kapitalismus, Bodenheim 1993 (Athenäum/Hain-Hanstein; Neue Wissenschaftliche Bibliothek) ISBN 3-8257-4771-9
- Klaus Lichtblau: Max Webers Grundbegriffe. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006, ISBN 3-531-14810-9
- Karl Löwith: Max Weber und Karl Marx, in ders. Sämtliche Schriften, 9 Bde. Hrsgg. von Klaus Stichweh, Marc B. de Launay, Bernd Lutz u. Henning Ritter, Metzler, Stuttgart 1981-1988, Bd. 5.
- Niklas Luhmann: Zweck - Herrschaft - System. Grundbegriffe und Prämissen Max Webers. Der Staat, 3 (1964), S. 129-158
- Peter-Ulrich Merz-Benz: Max Weber und Heinrich Rickert. Die erkenntnistheoretischen Grundlagen der verstehenden Soziologie. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2008.
- Wolfgang J. Mommsen: Max Weber und die deutsche Politik 1890-1920. Mohr Siebeck, Tübingen 1959, 2. Aufl. 1974.
- Wolfgang J. Mommsen: Max Weber. Gesellschaft, Politik und Geschichte. Suhrkamp, Frankfurt 1982.
- Hans-Peter Müller: Max Weber, Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 2007, ISBN 978-3825229528
- Joachim Radkau: Max Weber. Die Leidenschaft des Denkens Hanser, München 2005, ISBN 3-446-20675-2 (Biographie)
- Alexander von Schelting: Max Webers Wissenschaftslehre. Tübingen 1934.
- Gregor Schöllgen: Max Weber. Beck, München 1998, ISBN 3-406-41944-5.
- Michael Sukale (Hrg.): absolute Max Weber, Originaltexte, Interview & ausführliche Biografie, Orange Press, 2004, ISBN 978-3-936086-18-8
- Michael Sukale, Max Weber – Leidenschaft und Disziplin. Leben, Werk, Zeitgenossen, Mohr (Siebeck), Tübingen 2002, ISBN 3-16-147203-9
- Marianne Weber: Max Weber. Ein Lebensbild. Piper, München 1989, ISBN 3-492-10984-5
- Johannes Weiß: Max Webers Grundlegung der Soziologie. UTB, München 1975, ISBN 3-7940-2644-6; 2. überarb. und erw. Aufl., München 1992 (K. G. Saur), ISBN 3-598-11092-8
- Johannes Weiß, (Hg.): Max Weber heute. Erträge und Probleme der Forschung, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-518-28311-1
- Fritz Ringer: Max Weber. An intellectual biography. Chicago, 2004.
Wikiquote: Max Weber – Zitate
- Literatur von und über Max Weber im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Sung Ho Kim: Eintrag in der Stanford Encyclopedia of Philosophy (englisch, inklusive Literaturangaben)
- Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien der Universität Erfurt
- Biographien
- Dagmar Otto/Levke Harders: Tabellarischer Lebenslauf von Max Weber im LeMO (DHM und HdG)
- Klaus-Gunther Wesseling: Max Weber. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 13, Herzberg 1998, ISBN 3-88309-072-7, Sp. 405–572
- Biografie und Bibliografie Max Webers von der Karl-Franzens-Universität Graz
- Bildergalerie von Dirk Kaesler
- Schriften
- Übersicht zur Max Weber-Gesamtausgabe bei Mohr Siebeck
- Werke von Max Weber bei Zeno.org
- Max Weber – Ausgewählte Schriften, Potsdamer Internet-Ausgabe (PIA)
- Einige Werke Webers auf textlog.de (nachbearbeitet, nicht immer vollständig und teilweise fehlerhaft)
- Sekundärliteratur
- Max Weber Studies – kostenloses eJournal, 1.200 ff., 2 Ausgaben pro Jahr
Einzelnachweise
- ↑ in seinem Austrittsschreiben vom 22. April 1899 gibt M.Weber ausdrücklich die Polenfrage als Grund seines Austritts an und beschwert sich, dass der Alldeutsche Verband den totalen Ausschluss der Polen nie mit der gleiche Vehemenz forderte, mit der er auch die Deportation der Tschechen und Dänen forderte. Siehe Marianne Weber: “Max Weber: A Biography” Transaction Publishers, (1988) ISBN 0-88738-702-0 S. 224/225 )
- ↑ Wolfgang Mommsen: “Max Weber und die deutsche Politik 1890-1920″ Mohr Siebeck GmbH & Co. K (2004) ISBN 1-84520-034-9
- ↑ Joseph E. Drexel: Geschichte und Geschichten – Ein Leben in Franken. Vortrag: Bayerischer Rundfunk, Studio Nürnberg, 27. März 1969. Nürnberg: Verlag Nürnberger Presse, 1969, S. 14 f.
- ↑ Vgl. Quensel, Bernhard K.: Max Webers Konstruktionslogik. Sozialökonomik zwischen Geschichte und Theorie, Baden-Baden 2007.
- ↑ In: „Die Wahrheit“, Bd. 3, H. 63, Fr. Frommanns Verlag, Stuttgart 1896, S.57–77
- ↑ Weber, Max 1968: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen, S. 200.
- ↑ Ein Beispiel für die Rezeption Webers zwischen Weimarer Republik und Nationalsozialismus stellt das Werk Christoph Stedings dar: Politik und Wissenschaft bei Max Weber (1932), Das Reich und die Krankheit der europäischen Kultur (1938), auch letzteres mit deutlichem Bezug zu Weber. Wolfgang J. Mommsen schreibt, Steding habe Weber „aus dem Blickwinkel des Faschismus als widerspruchsvollen Repräsentanten des zum Niedergang verurteilten Bürgertums dargestellt“. In ders. Max Weber und die deutsche Politik, S. 444
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Weber, Max |
| ALTERNATIVNAMEN | Weber, Maximilian Carl Emil |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist, Nationalökonom und Soziologe |
| GEBURTSDATUM | 21. April 1864 |
| GEBURTSORT | Erfurt |
| STERBEDATUM | 14. Juni 1920 |
| STERBEORT | München |
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