Kanon Religion

Als Heilige Schrift bezeichnet die vergleichende Religionswissenschaft Texte, die für eine Religion zentralen konstitutiven und normativen Rang haben, weil sie als gewöhnlicher Erkenntnis nicht zugängliche Offenbarung gelten. Dieser Anspruch kann, muss aber nicht mit dem Glauben an eine Gottheit und einem Kanon verbunden sein.

Der Begriff hat sich im Judentum und im Christentum für die Bibel, im Islam für den Koran etabliert. Er unterscheidet dort die Texte, die als Gottes Selbstmitteilung gelten oder diese enthalten, von ihrer menschlichen, mündlichen und schriftlichen Auslegung. Diese Religionen nennt man daher auch Schrift- oder Buchreligionen.[1]

Literatur

  • Udo Tworuschka (Hrsg.): Heilige Schriften. Eine Einführung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2000, ISBN 3-534-13594-6. Aktualisierte Neuauflage, Frankfurt am Main, Verlag der Weltreligionen, 2008
  • Marco Frenschkowski: Heilige Schriften der Weltreligionen und religiösen Bewegungen. Marix Verlag 2007, ISBN 3865399150
  • Christoph Bultmann, Claus P. März, Vasilios N. Makrides (Hrsg.): Heilige Schriften. Aschendorff, 1998, ISBN 978-3-402-03415-6
  • Günter Lanczkowski: Heilige Schriften. Inhalt, Textgestalt und Überlieferung. Urban-Bücher 22, Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1956

Einzelbelege

  1. K. Hoheisel: Heilige Schrift(en), in: Lexikon der Religionen. Phänomene - Geschichte - Ideen. Herder, 3. Auflage, Freiburg im Breisgau 1996, S. 256f
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