Aitia

Der Begriff aitia, griechisch αἰτία, ist für Aristoteles weiter als unser heutige Begriff Ursache, der eine mögliche Übersetzung ist. In vielen Fällen kann man den Sinn dieses zentralen aristotelischen Terminus als Grund oder auch Erklärung wiedergeben. Notwendige Bedingung dafür, Wissen von etwas zu haben, heißt seine aitiai angeben zu können. Hiervon gibt es für Aristoteles vier:

  1. die Materialursache (in mittelalterlicher Tradition: causa materialis): etwa Ursachen, die darin liegen, welche Materialien zum Bau eines Hauses verwendet werden;
  2. die Wirkursache (causa efficiens): die Kausalität im engeren Sinne; hier die Arbeit derjenigen, die den Bauprozess ausführen;
  3. die Formursache (causa formalis): Ideen, Absichten usw.; hier der Entwurf des Architekten (auch: die Baukunst)
  4. die Final- oder Zweckursache (causa finalis): hier die Tatsache, dass ein Haus Schutz bietet.

„Aristotle on Causality“ in der Stanford Encyclopedia of Philosophy (englisch, inklusive Literaturangaben)

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